UMBRUCH

Der grosse Umbruch



ZEITUNGSARTIKEL

Ein Wartejahr als Geduldsprobe

FC Concordia | "Congeli" hat einen neuen Trainer und eine neue Mannschaft, aber keine Aufstiegsberechtigung

Seit dem letzten Freitag (24.07.2009) haben die Blau-Weissen ihre sportliche Spielklasse gefunden. Noch offen ist, in welcher Zusammensetzung die Basler die regionale Meisterschaft bestreiten werden.

Man hört das Unverständnis und den leichten Zynismus in den Worten von Samir Tabakovic: "Eigentlich ist es ja absurd, dass man 24 Meisterschaftsspiele austrägt und diese sportlich nicht zählen. Es sei denn, man stelle den Ligaerhalt in den Vordergrund".
Der Concordia-Trainer, der 15 Jahre lang Berufsfussballer in Bosnien, Kroatien, Deutschland (Waldhof Mannheim) und von 1994 bis 1999 beim FC Basel war, ist "durch und durch Profi. Und auch als Trainer will ich Erfolge haben und mich stetig verbessern", so der zweifache Familienvater. Schon vor einem halben Jahr, als der 42-Jährige die U16 des FC Concordia führte, fiel sein namme als möglicher "Congeli"-Trainer für das damalige Challenge-League-Team. "Doch bereits zu diesem Zeitpunkt wurde intern gemunkelt, dass die Zukunft der Profi-Equipe ungewiss war", kommentiert der frühere Innenverteidiger den Hickhack um den FC Concordia. Nun ist er Cheftrainer der Blau-Weissen. "Aber in einer Liga, welche für einen Klub, der im Nachwuchs-Leistungsfussball in Zusammenarbeit mit dem FCB so viele Meriten hat, ein Hohn ist", meint Tabakovic.

Noch offen ist, wie das Kader für die Saison 2009/10 aussehen wird. Während Tabakovic glaubt, dass "nur ein paar Akteure aus der Basler U18 und U17 sporadisch für uns spielen werden", sieht dies Patrick Rahmen, Trainer der FCB-U21-Elf, anders. Noch am vergangenen Sonntagabend nach dem Gewinn des Black-Stars-Turnier sagte er: "Ich gehe davon aus, dass einige Spieler aus der U21, U18 und U17 eine Doppellizenz haben und die 2. Liga-Meisterschaft mit dem FC Concordia bestreiten werden. Ich habe 25 Spieler und die zwei anderen Teams haben zusammen fast 50 Akteure. Wir müssen für jeden eine Spielgelegenheit finden", so Rahmen.
Tabakovic verrät, dass Yannick Hohn mit seinen 22 Jahren der älteste Kicker in seiner Mannschaft sein wird. Der Deutsche spielte in der letzten Saison beim 1.-Liga-Absteiger Olten, studiert aber an der Universität Basel. "Auch vom früheren Team der Challenge League könnte der eine oder andere Spieler bleiben. Zudem wird im Angriff mit dem 17-Jährigen Milos Milutinovic ein Riesentalent dabei sein. Er hat in der letzten Saison noch in Serbien gespielt. Ich glaube, er könnte in zwei, drei Jahren sogar für den FCB ein Thema sein", mutmasst Tabakovic, der das A-Diplom besitzt und in seiner Heimat die UEFA-Pro-Lizenz macht.
"Wir trainieren vier Mal pro Woche. Einige Spieler werden noch zusätzliche Einheiten mit den entsprechenden U-Teams absolvieren. Auch ohne Aufstiegsmöglichkeiten bleibt es unser Ziel, die 2.Liga als Erster zu beenden. Alles andere kann ich nicht akzeptieren; der Unterschied zwischen nationalen Talenten und regionalen Spielern muss ersichtlich werden", erklärt Tabakovic bestimmt. Und dass es ab Sommer 2010 schnell nach oben gehen soll, muss der Bosnier nicht erwähnen. Er setzt es voraus.

> quelle: basellandschaftliche zeitung; georges küng; mittwoch 29.07.2009
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